Biograhie George Herbert Walker Bush sen.

Der 41. Präsident der Vereinigten Staaten von Nordamerika wurde am 12. Juni 1924 in Milton, Massachusetts als Sohn des ehemaligen Senators von Connecticut, Prescott Bush, geboren. Er verbrachte seine Kindheit in Greenwich und schloss 1942 die Philipps Academy in Andover ab, dessen Baseball-Team er zeitweilig als Kapitän vorstand. Nach Abschluss des Studiums trat er der Marine bei und diente hier im Zweiten Weltkrieg als bis dahin jüngster Marinepilot. Für diesen Dienst zeichnete ihn die Marine mit dem Flugverdienstkreuz aus.

Nach dem Krieg setzte er seine Studien an der Yale-Universität fort, um danach 1953 durch die Gründung der Firma Zapata Oil in das texanische Ölgeschäft einzusteigen. Seine politische Karriere begann, als Bush 1962 zum Vorsitzenden der Republikanischen Partei im texanischen Harris County gewählt wurde. Als er 1964 für den Senat kandidierte, verlor er gegen seinen demokratischen Rivalen nur knapp. Mit der Unterstützung des damaligen kalifornischen Senators Richard Nixon kürten die Wähler Bush 1966 zum Abgeordneten im US-Repräsentantenhaus und wählten ihn 1968 erneut. Dieses Mandat gab er 1970 auf, um noch einmal für den Senat zu kandidieren, jedoch unterlag er wiederum.

Trotz dieser Niederlage bekleidete er in den kommenden Jahre wichtige politische und diplomatische Ämter und war unter anderem Direktor des Geheimdienstes CIA. Nachdem Bush die republikanischen Vorwahlen zum Präsidentschaftskandidaten 1980 gegen Ronald Reagan verloren hatte, bot ihm dieser an, als Vizepräsident zu kandidieren. Gemeinsam gewannen sie die Wahl und Bush übernahm die Koordination aller außen- und innenpolitischen Aktivitäten der Regierung in Krisenzeiten. Die US-Amerikaner wählten 1984 Präsident und Vizepräsident erneut und 1988 gelang Bush endlich der ersehnte Sieg in einem eigenen Wahlkampf um die Präsidentschaft.

Als Präsident der USA in den Jahren von 1989 bis 1993 setzte der Politiker zwar auf militärische Stärke, führte unter anderem den zweiten Golfkrieg gegen den Irak, entwarf jedoch auch das Konzept einer neuen Weltordnung, die Frieden und Freiheit garantieren sollte. Dem diente unter anderem, dass er im Mai 1989 das Ziel verkündete, die Teilung Europas auf der Grundlage westlicher Werte zu überwinden. Darin eingeschlossen war, dass das deutsche Volk seine Einheit durch freie Selbstbestimmung wieder gewinne müsse. Auf den Fall der Berliner Mauer reagierte die US-Regierung dann öffentlich eher zurückhaltend, was angesichts der Strategie, den Kalten Krieg zu gewinnen, ohne den Verlierer zu düpieren, ein richtiges Kalkül war.

Der weiteren Entwicklung hin auf dem Weg zur deutschen Einheit diente das Gipfeltreffen mit dem KPdSU Generalsekretär Michael Gorbatschow am 2. und 3. Dezember 1989 vor Malta. Die Vertrauensbasis, die hier geschaffen werden konnte, war eine der Grundlagen für die Erreichung der deutschen Wiedervereinigung, die von Bush und den USA wie von keiner anderen internationalen Macht unterstützt wurde. Dabei war die NATO-Mitgliedschaft des vereinten Deutschland für die USA unverzichtbar. Letztlich sollte die Bonner Regierung für das innerdeutsche Management der deutschen Einheit sorgen und die Sowjetunion materiell befriedigen, während die USA den Einigungsprozess international und sicherheitspolitisch begleiteten. Auf Grundlage dieser Arbeitsteilung gelang es Bush den Umbruch in der Weltpolitik maßgeblich zu gestalten.

Nach dem Ende des Kalten Krieges begann der Stern des Politikers zu sinken. Besonders die Entscheidung, im Irak-Krieg Bagdad nicht einzunehmen, ist verschiedentlich kritisiert worden. Aber auch die Steuererhöhungen trugen dazu bei, dass Bush in den Präsidentschaftswahlen 1992 gegen den Demokraten Bill Clinton unterlag. Seit dieser Zeit leben die Bushs in Houston Texas. George Bush ist verheiratet und Vater von sechs Kindern, von denen sein ältester Sohn, George W. Bush der 43 US-Präsident war.

Quelle: Dieser Text wurde von Prof. Dr. habil. Rainer Eckert, Direktor des Zeitgeschichtlichen Forum Leipzigs, zur Verfügung gestellt.

 

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